Leserbrief am 20.7.2020: Wie soll das geheilt werden?

„Ernten dürfen jetzt andere“. Ich würde sagen: „Zahlen auch!“

Zahlen wird erst mal auch explizit im LEP benannte Landschaftsbild. Für uns Allgäuer ein wesentliches Gut, das es auch für zukünftige Generationen zu erhalten gilt. Darum geht es auch in der Klage des Bund Naturschutz.

Interessant, daß die Bemerkung von Martin Schwarz auf der ZWecksverbandssitzung im Artikel fehlt. Dass nämlich, so Schwarz, falls die Klage des Bund Naturschutz doch Erfolg haben sollte, das ganze dann geheilt werden könne.

Wie soll man sich das vorstellen? Erst Fakten schaffen und dann muß halt neu geklagt werden? Gerichtsentscheide wird man doann schon hinbiegen? So stärkt man zumindest nicht das Vertrauen in einen demokratischen Staat. Oder gehen der Zweckverband und damit auch die Firmen das Risiko ein, die Gebäude zurückzubauen? Die Löcher und Leitungen im Boden könnten ja zugedeckt bleiben, mit dem vom Zweckverband und somit von den Gemeinden vorgestreckten Geld.

Sonja Kugler, Gestratz

Leserbrief 20.7.2020: Wie soll das geheilt werden?

1 Kommentar

  1. Das Westallgäu ist ja ein gutes Stück vom Bodensee entfernt.

    Als BN Mitglied aus Wasserburg bin ich erst kürzlich auf die Wirrungen um das geplante Gewerbegebiet in der Au gestoßen und habe mir das daraufhin einmal vor Ort angesehen.

    Dass das Gewerbegebiet mitten im Grünen das Landschaftsbild nachhaltig zerstört, kann wohl kaum bestritten werden. Nach den gesetzlichen Rahmenbedingungen kann es deshalb eigentlich auch nicht realisiert werden.

    Dafür ist es auch irrelevant, dass der Bereich, „keine hochwertige Qualität für eine landwirtschaftliche Nutzung hat“ (Westallgäuer Zeitung vom 17.8.19)
    Im Gegenteil!
    Ein Feuchtgebiet ist aus Sicht des Artenschutzes sogar noch wertvoller als ein normal landwirtschaftlich zu nutzendes Gebiet. Dies ist eher ein weiteres gewichtiges Argument gegen ein Gewerbegebiet an diesem Standort.
    (gibt es da eigentlich keine seltenen Molche, Lurche oder Juchtenkäfer ? 😉 )

    Ich glaube, vielen Anwohnern aus Grünenbach und Gestratz wird es vor allem auch um die Verkehrsbelastung durch das Gewerbegebiet gehen.

    Hier sehe ich allerdings ein Problem:
    Laut dem Artikel im Westallgäuer war das Gebiet früher einmal eine Kiesgrube. Es steht zu erwarten, dass der Verwaltungsverband vorbringen wird, dass damals die Verkehrsbelastung – insbesondere durch den Schwerlastverkehr – viel massiver war, als sie es durch das Gewerbegebiet vielleicht je sein wird.

    Außerdem könnte argumentiert werden, dass das Gebiet also früher auch schon einmal gewerblich genutzt worden ist und daher kein unberührtes und gewachsenes Gebiet mehr darstellt.
    Der Zeitungsbericht erwähnt leider nicht, wann und wie lange diese Nutzung als Kiesgrube erfolgt ist, dies könnte von Bedeutung sein.

    Wie die Richter am VGH in München das alles werten werden, bleibt zunächst einmal offen und abzuwarten.

    Wenn der VGH der Klage des BN statt gibt, muss das Gewerbegebiet rückgebaut werden.
    Dafür darf auch keine Rolle spielen, dass man jetzt durch den Baubeginn schon versucht hat Fakten zu schaffen.
    Da schließe ich mich der Meinung von Sonja Kugler vollständig an.

    Schlimm ist dabei nur, dass der Steuerzahler letztlich die Kosten für die Erschließung und ggf. deren Rückbau tragen muss.
    Wenn die Firmen klug sind, dann werden sie mit dem Bauen so lange warten, bis der VGH entschieden hat, wenn nicht, könnte es für sie teuer werden.

    Ich habe mich daher dazu entschlossen, die Klage des BN finanziell – wenigstens mit einem kleinen Beitag – zu unterstützen.

    Unabhängig davon habe ich entdeckt, wie schön die Landschaft im Argental ist (ich kannte bisher nur den Eistobel) und werde dort sicher im Frühjahr einmal wandern gehen.

    Klaus-Dieter Grüninger, Wasserburg (Bodensee)

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