Im Frühjahr kommen die Bagger – Zeitungsbericht 13.12.18

Zeitungsartikel 12.12.18, Westallgäuer Zeitung

Im Frühjahr kommen die Bagger

Zweckverband beschließt Haushalt für Gewerbegebiet im Argental

Gestratz Zahlreiche und zum Teil sehr anstrengende Sitzungen haben die Mitglieder des Zweckverbandes Interkommunales Gewerbegebiet Argental hinter sich gebracht. Jetzt sieht der Verbandsvorsitzende, der Gestratzer Bürgermeister Johannes Buhmann, das Ziel erreicht: Der notwendige Bebauungsplan liegt zur Genehmigung beim Landratsamt, die Erschließung soll im kommenden Frühjahr beginnen. Das notwendige Geld stellt der Haushalt bereit. Dass eine mögliche Klage diesen Zeitplan noch durcheinanderbringen könnte, erwähnte Buhmann in der jüngsten Zweckverbandssitzung mit keinem Wort.

Einstimmig haben die Verbandsräte den Haushaltsplan 2019 und auch die Finanzierung für die kommenden Jahre beschlossen. 2019 sind demnach die Kosten für den Grundstückskauf sowie für den Bau der Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Erschließungsstraße zu finanzieren – insgesamt rund 1,9 Millionen Euro.

Einnahmen durch Grundstücksverkäufe und Erschließungsbeiträge sind hingegen 2019 nur in Höhe von knapp 80000 Euro einkalkuliert, denn der Zweckverband rechnet erst ab 2020 mit mehr Grundstücksverkäufen. Er will sich aber mit dem Verkauf der Flächen bewusst Zeit lassen. Denn es sollen vor allem einheimische Betriebe ein Grundstück erhalten – und das auch noch in einigen Jahren.

Die Finanzierung erfolgt mit Hilfe von zinslosen Darlehen der vier beteiligten Kommunen Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach. Wie berichtet haben deren Gemeinderäte bereits positiv darüber entschieden. Die Kommunen überweisen dem Zweckverband insgesamt 500 000 Euro – jede zu gleichen Teilen. Den Rest der Investitionskosten finanziert der Zweckverband über Darlehen. Dabei setzt er auf kurzfristige Kredite, um einen möglichst niedrigen Zins bezahlen zu müssen. Hintergrund: Durch den Verkauf von Grundstücken ist auch eine kurzfristige Rückzahlung möglich.

Als „steinigen Weg“ bezeichnete Buhmann die Entwicklung des Gewerbegebietes zwischen Grünenbach und Gestratz. Aber: „Wir haben es nun so gut wie geschafft.“ Er sei fest davon überzeugt, dass sich mit dem Gebiet „sinnvoller Umweltschutz mit kluger Wirtschaftspolitik in Einklang“ bringen lasse – „auch wenn das der eine oder andere Bürger anders sieht“. Er jedoch sei fest davon überzeugt, dass „wir nicht gegen die Natur arbeiten, sondern mir der Natur“, so Buhmann. Das werde sich insbesondere zeigen, wenn der ökologische Ausgleich für die Ansiedung des Gewerbes erfolge.

Beschlossen haben die Verbandsräte den Straßennamen für das Gebiet. Es soll „Am Winkelholz“ heissen und greift damit einen Gestratzer Flurnamen auf. Das Interesse an der Sitzung war gering: nur drei Bürger verfolgten das Geschehen. (0wi)

Anmerkung zu dem angeblichen Desinteresse

Das mangenlnde Interesse an dieser Versammlung liegt darin begründet, daß Bürger nur zuhören, aber nichts dazu sagen dürfen. Dazu kommt, daß die Gegner des Gewerbegebietes „In der Au“ in der Vergangenheit das Gefühl hatten mit einer Wand zu reden. Argumente werden weggewischt.

Es sei die Frage erlaubt: Wo sind denn eigendlich die Befürworter des Gewerbegebietes? Die Firmen aus dem Gemeindegebiet, die sich angeblich dort ansiedeln wollen? Oder besteht etwas kein Interesse?

Kein Wort zur juristischen Klage des BUND

Interessant ist, daß mit keinem Wort die Klage des BUND erwähnt wird. „Im Frühjahr rollen die Bagger“ –  das ist in Stein gemeißelt.

Klage über zuviel Schwerlastverkehr in Brugg

Interessant ist auch, daß sich der Zweckverbandsvorsitzende Buhmann über den Schwerlastverkehr in Brugg beklagt, und gleichzeitig Schwerlastverkehr ins Gemeindegebiet holt. (Siehe Leserbrief vom 4.12. und Leserbrief vom 6.12.).

Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

Herzlichst,     die Redaktion

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